Tschox Trautwein

Bildquelle: Verein – „Tschox” Trautwein hat bis zur letzten Saison die U23 des FC Auggen trainiert.

Unser Interview mit Joachim "Tschox" Trautwein

Hallo “Tschox”, Du hast bis zur letzten Saison die U-23 des FC Auggen trainiert und danach die Trainerkarriere beendet. Wie fühlt man sich im “Trainerruhestand”?
Nach dreißig Jahren Trainertätigkeit und nun ohne Trainer-Job fühle ich mich erstaunlich gut. Ich bin nach wie vor auf den Plätzen in Südbaden unterwegs. Meine letzten Stadion-Besuche waren in der Freiburger Kreisliga B, Staffel 4 in Zienken. Dort habe ich den Kantersieg der Spfr. Hügelheim gegen den SC Zienken verfolgt. Andreas Dutllinger, Erfolgs-Coach der Hügelheimer, war ein ehemaliger Schützling von mir, als ich noch Trainer beim FC Neuenburg war. Habe ihm selbstverständlich persönlich gratuliert zum Meistertitel. Natürlich war ich vergangene Woche auch in Auggen beim ersten Relegationsspiel!

Mit dem FCA fühlst Du dich sicherlich noch verbunden und verfolgst mit Interesse die laufenden Relegationsspiele?
Natürlich verfolge ich nicht nur diese Relegation zur Oberliga, sondern auch die Relegation zur Landesliga, Staffel 2 zwischen “meinem” FC Emmendingen und dem TuS Binzen. FCE zum Dritten möchte man sagen. Karl-Frieder Sütterlin, Coach des TuS Binzen ist eine Fußballgröße im Bezirk Hochrhein. Zusammen mit “Sütti” habe ich beim FC Auggen in der Jugend begonnen – er als U19-Trainer, ich als U17-Trainer! Dass der FCA das Wagnis Oberliga angehen will, wenn es dann gelingt, stimmt mich zuversichtlich. So wie ich Sportchef Björn Giesel und seine Mitstreiter schätze und kennengelernt habe, wird der FCA keine riskanten Manöver starten – schon gar nicht in Sachen Finanzen. Da bin ich mir relativ sicher!!

Du warst sicherlich beim Spiel gegen den SV Spielberg im Lettenparkstadion, dein Kommentar?
Den 4:1-Sieg der Auggener “Ersten” habe ich live vor Ort verfolgt. Es war ein hochverdienter Heimsieg gegen den eher stärker eingeschätzten Gegner aus Spielberg! Im Tor stand “Hexer” Stefan Lauer, welcher zwei Spielzeiten das Tor der U23 des FC Auggen hütete. Zu der Zeit waren Klaus Schäfer, ehemaliger Verbandsliga-Goalie des SC Reute und ich für das Torwart-Training der Aktiven (I. Mannschaft und U23) verantwortlich. Stefan hielt (wieder einmal) überragend den FCA dadurch im Spiel und letztendlich war er auch ein Garant dafür, dass die Auggener Defensive hervorragend funktionierte! Dass das Rückspiel in Spielberg dann auch noch “zu Null” endete, war nur eine weitere Bestätigung dafür, dass das Auggener Prunkstück, nämlich das Defensiv-Verhalten der gesamten Mannschaft um die zentralen Figuren in der Abwehr mit Kapitän Steffen Reinecker und sein kongenialer Partner Moritz Walther, entscheidend waren, wenn man beide Spiele zusammen nimmt!

Die beiden Spiele gegen Spielberg konnten erfolgreich bestanden werden, jetzt geht es in Relegationsrunde 2 gegen den württembergischen Vertreter, Calcio Leinfelden-Echterdingen. Ist es ein Vor- oder Nachteil, zuerst zu Hause antreten zu müssen?
Ich sehe es aus besagten Gründen eher von Vorteil für den FCA, zuerst
zuhause antreten zu dürfen. Ein gutes Ergebnis in Form eines Heimsieges vorlegen und diesen dann im Rückspiel verteidigen. Diese Konstellation ist für den “Underdog” FCA deutlich angenehmer als umgekehrt. Bin mir sicher, dass der FCA das kommende Heimspiel gewinnen wird!

Die Teams aus Württemberg haben in der Relegation zuletzt des öfteren die Nase vorne gehabt, Deine Einschätzung?
In der jüngeren Vergangenheit konnte nur der Bahlinger SC und eben “mein” FC Emmendingen sich gegen die stärker eingeschätzten Württemberg-Vertreter durchsetzen. Die Verbandsliga Württemberg wird grundsätzlich stärker eingeschätzt als die Verbandsligen aus Südbaden und (Nord-)Baden. Aber im Sport ist alles möglich und ich tippe auf den FCA!

Beim Spiel gegen Spielberg waren über 1000 Zuschauer im “Lettenpark” präsent, Marco Schneider und sein Team wäre es sicherlich wertvoll, wieder von einer Top-Kulisse angefeuert zu werden?
Am morgigen Mittwoch werden es nochmals deutlich mehr Zuschauer sein, als vergangenen Mittwoch. Ich schätze, dass um die 1500 Zuschauer da sein werden. Die meisten davon werden sicherlich dem FCA die Daumen drücken. ich hoffe nun, dass es eine kleine, aber lautstarke Fan-Gemeinde gibt, die mit “Pauken und Trompeten” und mit erlaubten “Bengalos” die Auggener Jungs unterstützen werden.

Das Ergebnis der Relegation werden wir erst am kommenden Wochenende wissen. Egal wie, für den 1978 gegründeten FCA ist es sicherlich ein Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte?
Absolut! Viele Markgräfler Amateurfußball-Experten haben sich gefragt, ob der FCA überhaupt aufsteigen will. Meine Meinung dazu ist, wenn die sportliche Möglichkeit sich bietet, dann zupacken. Diese ergibt sich für Überraschungsteams wie den FCA nur alle hundert Jahre – also aufgeht’s FCA!

Zum Schluss noch ein kurzer Rückblick auf die Trainerkarriere “Tschox” Trautwein, welche Erfahrungen hast Du in Sachen Relegation machen können?
Meine Relegationserfahrungen in der Saison 2004/2005 sind durchweg und positiv. Mit “meinem” FC Emmendingen bin ich ohne Niederlage in diesen 4 Relegationsspielen geblieben. Auswärts immer unentschieden gespielt und zu Hause die jeweils goldenen Tore geschossen. Das letzte und entscheidende Relegationsspiel war im Emmendinger Elz-Stadion vor sage und schreibe über 3000 Zuschauer. Ein unvergessliches Erlebnis war das. Die Mannschaften mit Einlauf-Kindern, die FCE-Fans tauchten das Elz-Stadion in Schwarzen und weißen Nebel, unzählige schwarz-Weiße Fahnen wurden geschwungen und nach dem Sieg gegen die TSG aus Balingen gab es kein halten mehr! Und plötzlich war der FCE in der Oberliga Baden-Würrtemberg. Zu meiner Zeit war die OL Baden-Württemberg die vierthöchste Liga in Deutschland. Darüber gab es nur die Regionalligen, sowie die 1. und 2. Bundesliga. Die 3. Bundesliga gab es damals noch nicht! Also kann ich diese Relegation im Rückblick extrem genießen – sie war ja erfolgreich! Nun wünsche ich Marco Schneider und seinen Jungs auch bei den kommenden beiden Spielen den maximalen Erfolg. Marco Schneider wird sich – ebenso wie ich im letzten Spiel im Elz-Stadion – nach der letzten Partie in Leinfelden-Echterdingen verabschieden. Was wäre das für ein gelungener Ausstand für Marco, wenn der Sprung in die OL Württemberg gelingen würde!

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