Bildquelle:
Interview zwischen Jan Lindemann und Volker Engel
Nachdem die Vorrunde nun hinter dem VfR Hausen liegt und man sich kurz vor dem Start in die Rückrunde befindet, möchten wir zurück und auch noch vorne schauen, über das was beim VfR Hausen passiert ist und was uns erwarten kann. Dazu führen wir wieder ein Interview mit dem Trainer des VfR Hausen Jan Lindemann
VE: Hallo Jan, da bin ich wieder. Nach unserem Interview zum Start der Vorrunde gibt es nun die Gelegenheit rückblickend die bisherigen Spiele zu bewerten, sowie die Möglichkeit was wir von Deiner Mannschaft noch vorausschauend erwarten dürfen, oder Du Dir vorstellst. Die ersten Trainingseinheiten liegen hinter dem Team, einige Vorbereitungsspiele fanden auch schon statt. Wie war der Start ins neue Jahr für Dich und die Mannschaft.
JL: Schleppend, so wie für fast alle Teams. Den Vorsatz, an unserem spielerischen Ansatz zu arbeiten und uns beim Tore Erzielen zu verbessern, lies die Trainingsbeteiligung de facto einfach nicht zu. Genau hier lag in der Hinrunde die Schwierigkeit in den bisher gezeigten Spielen. Einen ausgewiesenen Torjäger haben wir auch nicht dazu bekommen, es heißt also weiter kreativ zu sein.
VE: Das Team war sicherlich mit einigen Vorschusslorbeeren in die neue Saison gestartet. Betrachtet man den Start mit den 6 Unentschieden und dann, die Niederlagenserie von 5 Spielen, wenn auch oft knappen Niederlagen, kann man eigentlich nicht mit den gezeigten Leistungen zufrieden sein. So stand der 1. Sieg erst am 27.10., im Auswärtsspiel in Rielasingen fest. Was, oder wo hat es gefehlt?
JL: Erwartungen werden nur auf dem Papier geweckt, aber bekanntlich schießen Namen keine Tore. Wir können vor allem mit der Einstellung zum Mannschaftssport auf Verbandsliganiveau nicht zufrieden sein. Wir sind lange ungeschlagen gewesen, waren aber nach vorne bis auf Standards viel zu harmlos, um selbst zu gewinnen. Vor allem an Konstanz einer eingespielten Mannschaft hat es gefehlt, was durch die vielen und langen Urlaube bis in den Oktober hinein schlicht nicht möglich war. Dazu kam der große Umbruch im Sommer, es standen in den Spielen immer nur zwei bis drei Spieler der Vorsaison auf dem Platz, was sicherlich auch einmalig ist in dieser Verbandsliga.
VE: Insgesamt scheint die Spielstärke der einzelnen Teams in der Verbandsliga noch dichter geworden. Beim VfR war zu beobachten, dass einige Spiele gegen vermeintlich leichtere Gegner verloren wurden oder Unentschieden endeten, bei Mannschaften aus dem vorderen Tabellenfeld konnten jedoch teilweise Siege eingefahren werden. Auch zeigte man sich auswärts stärker als in der heimischen Möhlin-Arena, in der bisher nur ein Dreier eingespielt werden konnte.
JL: Dass wir auswärts punktemäßig bisher besser unterwegs waren, ist ein Fakt, obwohl dies logistisch oft schwieriger ist. Eigentlich haben wir gegen die Oberen maximal unentschieden gespielt und gegen kein Team hinter uns verloren. Die Verbandsliga ist dieses Jahr recht ausgeglichen und wir sollten gegen die Teams im Mittelfeld, die mit uns auf Augenhöhe sind,punkten.
VE: Im SBFV-Rothauspokal zeigte die Mannschaft ein anderes Spielverständnis und ein anderes Gesicht. Nach einem 7:0 Auswärtserfolg beim unterklassigen TuS Lörrach-Stetten, folgte ein imponierender Auswärtserfolg beim hochgehandelten FC Teningen mit 0:2. Schluss für den VfR war dann die sicherlich unglückliche 0:1 Niederlage nach 120 umkämpften Minuten gegen den letztjährigen Pokalsieger FC 08 Villingen. Wieso konnten diese hier gezeigten Leistungen nicht in den Meisterschaftsspielen umgesetzt werden.
JL: Gegen Villingen war es am Schluss eine Einzelaktion (individueller Fehler unsererseits), die uns spät ums Weiterkommen gebracht hat. Bis dahin sind wir ungeschlagen gewesen. Auch in der Liga haben wir gegen die Oberen gute Spiele gezeigt, mussten uns aber mit Unentschieden begnügen. Ohne zu viel zu offenbaren, haben wir uns gegen eine bestimmte Spielweise bisher schwerer getan. Momentan muss unser Ansatz daher über das Kollektiv kommen, was erstmal jeder verinnerlichen muss…
VE: Zum Ende der Vorrunde, wurden schließlich die ersehnten und erhofften Punkte eingefahren. So dass man in der letzten Tabelle vor Weihnachten zwar noch auf einem möglichen Abstiegsplatz, aber mit diesem 13. Tabellenplatz hält man Anschluss an das hintere Mittelfeld. Interessant wäre einmal zu wissen, wie man eine abstiegsbedrohte Mannschaft in die Winterpause verabschiedet.
JL: Mit dem Sieg gegen Waldkirch am letzten Spieltag sind wir mit dem Gefühl in die Pause gegangen, in der Rückrunde die zwei, drei Siege mehr holen zu können, die es bedarf, um drin zu bleiben. Die Ausgangssituation ist so, dass wir es nahezu in der eigenen Hand haben mit einer guten Rückrunde auch weiterhin Verbandsliga zu spielen. Dies sollte Motivation genug sein.
VE: Seit Ende Januar ist nun das Team wieder im Training. Einige Spieler haben den Verein verlassen, neue Spieler, oder Rückkehrer sind dazugestoßen. Dazu fällt auf, dass 2 Spieler deines alten Verein FC Teningen neu im Kader sind. Ich nehme an, dass Du diese Spieler natürlich kennst und auch haben du wolltest und sie nicht nur als Ersatz für die gewechselten Spieler gelten sollen. Die beiden, wohl eher im Mittelfeld als 6er einsetzbaren Spieler, sollen was bewirken?
JL: Im Winter gestaltet sich ein Kaderumbau immer schwierig. Die von dir genannten Spieler wollten zu uns, sind aber nicht sofort da oder müssen erst integriert werden. Mit den Wechseln hatte ich nichts zu tun. Intern sehe ich die beiden „Amerikaner“ definitiv als Verstärkung und Soforthilfen. Dadurch wollen wir in der Rückrunde gefestigter auftreten. Auch stehen weitere Spieler wieder zur Verfügung, was uns auch helfen wird unsere Ziele zu erreichen.
VE: Mit der nun in Teilen neu formierten Mannschaft, was kann uns da erwarten? Ändern sich Spielstil oder Ausrichtung, oder siehst Du da eine Ergänzung mit einer spielerischen Weiterentwicklung für den Rest der Saison.
JL: Der spielerische Ansatz ist immer da, doch so ungern ich das hier sage, die Wintervorbereitung eignet sich nicht wirklich dafür, unter diesen Bedingungen bahnbrechende Änderungen herbeizuführen. Es bedarf eines funktionierenden Kollektivs, da alle Mannschaften kicken können.
VE: Grundsätzlich möchte ich nicht auf einzelne Spiele in der Vorbereitung zurückgreifen. Aber in der Gesamtheit der Vorbereitung mit Trainingseinheiten, den Testspielen und dem Teamgeist in der Mannschaft. Hofft man dann noch, dass wie in den zurückliegenden Jahren, der VfR besonders in den Rückrunden stark aufspielte, stellt sich natürlich die Frage, wo sieht der Trainer sein Team am Saisonende.
JL: Alles über dem Strich würden wir heute unterschreiben. Die Topteams haben ordentlich nachgelegt und unten drin wird fast überall nochmal alles versucht, um drin zu bleiben. Wir brauchen zeitnah ein Erfolgserlebnis und dann sind wir in der Lage aus der eigenen Stärke heraus die nötigen Punkte zu holen.
VE: Bevor wir so langsam zum Schluss unserer kleinen Frage- und Antwortrunde kommen, die Frage, wie siehst Du den bisherigen kompletten Verlauf der Verbandsliga. Spielen Deine Favoriten für den Aufstieg da, wo Du Sie eingeschätzt hast, welche Teams haben Dich positiv, oder auch negativ bisher überrascht und wer wird es schwer haben, die Klasse zu halten bzw. wer von den hinteren Teams zieht den Kopf noch aus der Schlinge.
JL: Oben habe ich Denzlingen, Singen und Teningen erwartet. Linx spielt eine sehr konstante Runde und wird durch die Verstärkungen bis zum Schluss um Platz 2 mitspielen. Lahr wird noch unten herauskommen, ansonsten werden alle Mannschaften unten bis zum Schluss kämpfen.
VE: Lieber Jan, auch diesmal wieder danke schön, für die Beantwortung der Fragen. Möge das, was Du und Dein Co-Trainer Thomas Mirke ihr Euch ausgedacht habt, am Ende auch so umgesetzt sein und wir im 100jährigen Bestehen des VfR Hausen eine neue Verbandsliga-Saison 2025/26 genießen können.
JL: Das hoffen wir alle, um nächstes Jahr gestärkt in die neue Saison zu gehen und uns immer weiter verbessern zu können, denn ich spiele lieber im oberen Drittel…
Volker Engel
Schreibe uns gerne eine Mail – wir freuen uns über deinen Beitrag inkl. Bild.
Weitere News…
VfR Hausen trotzt Personalengpass und feiert Auswärtssieg in Salem
FC Rot-Weiß Salem – VfR Hausen 1:2
Entscheidungen gefallen – Ergebnisse vom Samstag
Elzach-Yach steigt ab, Gundelfingen/Wildtal sichert Relegationsplatz
Vorschau 30. Spieltag der Verbandsliga
SF Elzach-Yach möchte Minichance nutzen
„Das alte Lied“ von der Chancenverwertung
Nur noch Minichancen für SF Elzach-Yach
Waltershofen steigt aus Landesliga ab
SF Elzach-Yach hat nur noch Minichancen